Wohnungsmangel in Wien verschärft sich – und was das für deine Finanzen bedeutet
Der Wiener Wohnungsmarkt steht vor einer deutlichen Verknappung. Laut aktuellen Daten aus dem „Ersten Wiener Wohnungsmarktbericht 2026“, über die auch ORF Wien berichtet hat, ist die Neubautätigkeit massiv rückläufig.
Diese Entwicklung ist nicht nur wohnpolitisch relevant, sondern hat auch spürbare wirtschaftliche und steuerliche Auswirkungen.
Deutlicher Rückgang bei Baubewilligungen und Fertigstellungen
Die Zahlen zeigen eine klare Tendenz:
Baubewilligungen 2019: rund 21.400
Baubewilligungen 2025: nur noch 5.772
Fertigstellungen 2025: voraussichtlich 8.630 Wohnungen
Fertigstellungen 2026: prognostiziert 6.911 Wohnungen
Davon lediglich rund 2.000 Mietwohnungen
Der Rückgang ist erheblich. Das Angebot sinkt, während die Nachfrage in einer wachsenden Stadt wie Wien weiterhin hoch bleibt. Steigende Mieten und Kaufpreise sind daher eine absehbare Folge.
Steuerliche und wirtschaftliche Auswirkungen
Wohnkosten zählen zu den größten laufenden Ausgaben privater Haushalte. Veränderungen am Wohnungsmarkt wirken sich daher unmittelbar auf die finanzielle Planung aus.
1. Steigende Wohnkosten und private Liquidität
Wenn ein größerer Anteil des Nettoeinkommens für Miete oder Finanzierung aufgewendet wird, reduziert sich der finanzielle Spielraum für:
Vermögensaufbau
Altersvorsorge
private Absicherung
Investitionen
Gerade in Zeiten steigender Fixkosten gewinnt eine strukturierte Finanz- und Steuerplanung an Bedeutung.
2. Immobilien als Kapitalanlage – steuerliche Rahmenbedingungen
Die Angebotsverknappung kann Immobilieninvestitionen attraktiver erscheinen lassen. Gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an eine korrekte steuerliche Gestaltung.
Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung unterliegen der Einkommensteuer. Relevante Themen sind insbesondere:
Absetzung für Abnutzung (AfA)
Abzugsfähigkeit von Werbungskosten
Fremdfinanzierungskosten
steuerliche Behandlung von Sanierungen
Liebhabereibeurteilung
Fehlende oder fehlerhafte Planung kann hier zu unerwarteten steuerlichen Mehrbelastungen führen. Eine fundierte Vorabprüfung der Wirtschaftlichkeit unter Berücksichtigung der Steuerwirkung ist daher essenziell.
3. Wohnortverlagerung und Pendlerkosten
Steigende Mieten im urbanen Raum führen zunehmend dazu, dass Arbeitnehmer:innen in das Umland ausweichen. Längere Arbeitswege machen die steuerliche Berücksichtigung von Fahrtkosten besonders relevant.
Je nach Entfernung und Zumutbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel kommen folgende Begünstigungen in Betracht:
Pendlerpauschale
Pendlereuro
Geltendmachung von Werbungskosten
Hier lohnt sich eine individuelle Prüfung, da sich bereits kleine Änderungen in der Wohn- oder Arbeitssituation steuerlich auswirken können.
Fazit
Der deutliche Rückgang der Neubautätigkeit in Wien ist mehr als eine statistische Entwicklung. Er beeinflusst Wohnkosten, Investitionsentscheidungen und langfristige Vermögensplanung.
Wer mietet, investiert oder seinen Wohnort verändert, sollte die steuerlichen Konsequenzen frühzeitig mitbedenken. Gerade bei Immobilienentscheidungen zeigt sich: Die wirtschaftliche Tragfähigkeit hängt nicht nur vom Marktpreis, sondern auch von der steuerlichen Gestaltung ab.
Eine strukturierte Analyse schafft Planungssicherheit – sowohl für Privatpersonen als auch für Investor:innen.
Hinweis: Es gelten die rechtlichen Vorschriften zum Stichtag 24.02.2026. Eine Anpassung an eventuelle rechtliche Änderungen wird in diesem Artikel nicht vorgenommen.
Visuelle Gestaltung: Vesna Jokic
Mag. Dimitar Zlatev ist Steuerberater und Managing Director von Simplify Tax Steuerberatung. Er unterstützt Unternehmen und Privatpersonen in sämtlichen steuerlichen Fragen als kompetenter Partner. Bei komplexen Sachverhalten kreiert er verständliche und umsetzbare Lösungen.